Warum Change Management heute unverzichtbar ist

Simon Schoop ist Geschäftsführer der 4-advice GmbH und Trainer für die IHK Online-Zertifikatslehrgänge „Digital Change Manager“ und „Digitaler Innovations- und Projektmanager“
Simon Schoop ist Geschäftsführer der 4-advice GmbH und Trainer für die IHK Online-Zertifikatslehrgänge „Digital Change Manager“ und „Digitaler Innovations- und Projektmanager“. © Victoria Lindt
Wie Unternehmen digitale Veränderungsprozesse und KI-getriebene Innovation erfolgreich angehen können, vermitteln die IHK-Online-Zertifikatslehrgänge „Digital Change Manager“ und „Digitaler Innovations- und Produktmanager“. Trainer Simon Schoop erklärt, warum beide Formate aktueller denn je sind – und welchen praktischen Nutzen sie bieten.
Jutta Verhoog & Stefan Layh
Jutta Verhoog
© DIHK-Bildungs-gGmbH
Stefan Layh
© UNIVERSUM Verlag GmbH / Lukas Görlach

Herr Schoop, was macht die beiden Online-Zertifikatslehrgänge heute besonders relevant?

Der Bedarf, sich mit digitalem Wandel zu befassen, ist heute größer als bei der Entwicklung der Lehrgänge in den 2010er-Jahren. Corona war ein wichtiger Auslöser: Viele Unternehmen haben erkannt, wie entscheidend ein professioneller Umgang mit Veränderungen für Zusammen­arbeit und Unternehmenserfolg ist.

Warum ist Change, also Veränderung, heute wichtiger denn je?

KI ist Change. Ohne Veränderung gelingt keine erfolgreiche KI-Nutzung. KI beschleunigt Entwicklungen und erhöht den Druck auf Prozesse und Organisationen. Unternehmen profitieren nur, wenn Mitarbeitende diese Veränderungen verstehen und aktiv mitgestalten. Deshalb müssen Mensch, Technologie und Organisation gemeinsam gedacht werden – sonst verpuffen Innovationen.

Welche konkrete Rolle spielt Innovation dabei?

Innovation wird heute oft mit KI verbunden – ob bei neuen Produkten, Services oder effizienteren Abläufen. KI beschleunigt Recherche und Informationsaufbereitung, wovon Handwerk, Mittelstand und Dienstleister gleichermaßen profitieren. Entscheidend ist jedoch ein sicherer, datenschutzkonformer Einsatz: Unternehmen sollten klare Regeln festlegen, um vertrauliche Daten zu schützen. Und auch ohne KI lassen sich Prozesse durch digitale Automatisierungen vereinfachen, etwa mit strukturierten Workflows oder automatisch erzeugten Dokumenten.

So profitieren Unternehmen von den Lehrgängen

Wie gelingt Unternehmen ein sicherer und sinnvoller Einstieg in die KI-Nutzung?

Viele Betriebe stehen vor der Frage, wie sie KI strukturiert und verantwortungsvoll einführen können. Viele Unternehmen beginnen mit Tools wie ChatGPT oder Microsoft Copilot – mit beiden arbeiten wir in den Online-­Zertifikatslehrgängen intensiv. Grundlagen wie gutes Prompten, also das Formulieren klarer Anweisungen, sowie Wissen über Potenziale und Risiken sind zentral. In Gruppenarbeiten sammeln Teilnehmende praktische Erfahrung und entwickeln einen sicheren, alltagstauglichen Umgang. Gleichzeitig lassen sich alle Aufgaben in den Online-Zertifikatslehrgängen auch ohne KI lösen – wichtig für Betriebe, in denen der Einsatz noch nicht erlaubt ist.

Wie wurde der „Digital Change Manager“ im Hinblick auf KI weiterentwickelt?

KI ist der stärkste Auslöser für Veränderungen unserer Zeit. Digitale Automatisierung verändert Abläufe, Geschäftsmodelle und Services – und fordert Mitarbeitende heraus, neue Arbeitsweisen zu erproben und Verantwortung anders zu verteilen. Das betrifft den Unternehmens­alltag im Handwerk ebenso wie im Mittelstand oder in der Industrie. Praxisnahe Szenarien zeigen, wie Unternehmen solche Veränderungen strukturieren, Akzeptanz fördern und Teams sicher begleiten.

Rechtliche und ethische Leitplanken

Welche Bedeutung haben rechtliche und ethische Fragen?

KI ersetzt nicht menschliches Urteilsvermögen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Ergebnisse geprüft und rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Ziel ist es, KI als Unterstützung zu nutzen – nicht als Ersatz für Entscheidungen. Ein verantwortungsvoller Umgang minimiert Risiken und sichert Qualität.

Für diese Unternehmen eignen sich die Lehrgänge

Wer profitiert von den Formaten?

Im Grunde alle Branchen: Handwerk, Dienstleistungen und Industrie. Am Hochlohnstandort Deutschland sind Innovations- und Qualitätsführerschaft entscheidend. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: vom Handwerksbetrieb mit Online-Shop über Industrieunternehmen, die durch automatisierte Prozesse höhere Erträge erzielen, bis zum Dienstleister, der KI-gestützt individueller berät. Entscheidend ist, digitale Werk­zeuge strukturiert und praxis­nah in den Arbeitsalltag zu übertragen.


Was Unternehmen jetzt beachten sollten

Die folgenden Hinweise gelten besonders für Change-Prozesse rund um digitale Innovationen und den Einsatz generativer KI (z. B. ChatGPT, Microsoft Copilot):

  • Veränderungen früh und verständlich kommunizieren
  • Rollen und Verantwortlichkeiten klären
  • Datenschutz und interne Regeln verbindlich definieren (z. B. keine sensiblen Unternehmens-, Kunden- oder Personaldaten in externe KI-Tools eingeben)
  • Mitarbeitende befähigen, KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen
  • Mit kleinen Pilotprojekten starten statt mit Groß­vorhaben

Tipps für den Einstieg in generative KI und begleitende Veränderungsprozesse

  • Klein anfangen: z. B. bei Recherche oder Textaufbereitung
  • Regeln festlegen: Datenschutz und Nutzungsklarheit schaffen
  • Ergebnisse prüfen: KI-Ergebnisse nie ungeprüft übernehmen
  • Kompetenzen stärken: Grundlagen vermitteln, Routine schaffen
  • Veränderungen begleiten: regelmäßige Feedbackrunden mit Teams und betroffenen Mitarbeitenden einplanen

Mehr Infos und Termine

Die Online-Zertifikatslehrgänge „Digital Change Manager (IHK)“ und „Digitaler Innovations- und Produktmanager (IHK)“ werden bundesweit von vielen IHKs angeboten. Interessierte Unternehmen wenden sich direkt an ihre IHK vor Ort, die zu Terminen, Inhalten und Fördermöglichkeiten berät.

Alle IHK Online-Zertifikatslehrgänge finden Sie hier:
https://ihk-kompetenz.plus

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