Mütter wollen unter besseren Bedingungen mehr arbeiten

Mütter wollen unter besseren Bedingungen mehr arbeiten
Zwischen Familienorganisation und Job: Gute Arbeitsmodelle können neue Chancen eröffnen © freepik
Viele Mütter in Deutschland arbeiten in Teilzeit, obwohl sie sich vorstellen können, mehr zu arbeiten. Eine Untersuchung der Prognos AG zeigt, unter welchen Bedingungen das möglich ist – und wie Unternehmen dadurch wichtige Fachkräftepotenziale erschließen.
Sabine Biskup
Sabine Biskup
© UNIVERSUM Verlag GmbH / Lukas Görlach

Die Erwerbstätigkeit von Müttern gezielt zu fördern, kann nicht nur den deutschen Arbeitsmarkt insgesamt stärken, sondern auch Betriebe, die unter Nachwuchs- oder Fachkräftemangel leiden. Viele Mütter sind gut qualifiziert und berufserfahren, doch bleiben langfristig in Teilzeit beschäftigt, auch wenn die Kinder schon älter sind. Eine Untersuchung der Prognos AG für das Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ hat rund 1.500 teilzeitbeschäftigte Mütter dazu befragt. Hauptgründe für die Teilzeit sind demnach, dass die Mütter ausreichend Zeit für Kinder und Hausarbeit benötigten, sowie nicht optimale Kinderbetreuungsangebote. „Unzulängliche Energie“ nennen dagegen weniger als die Hälfte (43 Prozent) als einen Grund für ihre Teilzeitbeschäftigung.

Peter Adrian, DIHK-Präsident
Peter Adrian, DIHK-Präsident © DIHK/Werner Schuering

Mehr Vereinbarkeit ermöglicht mehr Erwerbsarbeit. Und mehr Erwerbsarbeit führt zu mehr Wohlstand.

Peter Adrian, DIHK-Präsident

Müttererwerbstätigkeit unterstützen durch bessere Vereinbarkeit

Damit in Teilzeit arbeitende Mütter ihre Arbeitszeit ausweiten, sind der Umfrage zufolge vor allem Maßnahmen wichtig, die sie unterstützen und zeitlich entlasten. Vor allem eine gute betriebliche Vereinbarkeitspolitik in puncto Familie und Beruf habe einen erheblichen Einfluss auf ihre Bereitschaft zur Arbeitszeiterhöhung, resümiert die Untersuchung der Prognos AG. Die Motivation dafür sei häufig vorhanden: Fast die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Mütter (45 Prozent) würde ihre Arbeitszeit erhöhen, wenn betriebliche Bedingungen wie Flexibilität, Kommunikation und auch Karriereperspektiven verbessert würden. Das Engagement dafür lohnt sich: Eine Erhöhung der Müttererwerbstätigkeit birgt das Potenzial von rund 14 Millionen zusätzlichen Wochenstunden. Dies würde etwa 350.000 zusätzlichen Vollzeitäquivalenten entsprechen.

Potenziale heben – zugunsten aller

Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), betonte beim Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie“ vor wenigen Monaten in Berlin, wie lohnenswert es sei, die Müttererwerbstätigkeit zu stärken: „Wenn wir es schaffen, Eltern – insbesondere Müttern – den schrittweisen Wiedereinstieg und die Ausweitung ihrer Arbeitszeit zu erleichtern, profitieren alle: Familien, Unternehmen und der Arbeitsmarkt. Die Rechnung ist ganz einfach: Mehr Vereinbarkeit ermöglicht mehr Erwerbsarbeit. Und mehr Erwerbsarbeit führt zu mehr Wohlstand.“

Von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen profitieren somit alle – sie sind der Schlüssel, um das Potenzial teilzeitbeschäftigter Mütter zu heben. Betriebe haben es in der Hand, in welcher Form sie diese Chance ergreifen und wie sie durch ihre Personalpolitik und betriebliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen.

Die ­Untersuchung „Mehr ist ­möglich! Was Betriebe tun ­können, damit Mütter ihre Arbeitszeitwünsche umsetzen ­können“ kann auf der ­Website des Unter­nehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor ­Familie“ herunter­geladen werden.

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