MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, aber was genau ist frühe MINT-Bildung?
Kinder haben von Natur aus einen riesigen Forschungsdrang: Sie wollen wissen, warum etwas passiert, wie Dinge funktionieren, was sich verändern lässt. Genau da setzen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik an – aber eben nicht abstrakt, sondern ganz praktisch und alltagsnah. Die Stiftung Kinder forschen nutzt diese intrinsische Motivation, um Kinder nicht nur mit Fachinhalten in Kontakt zu bringen, sondern um neugieriges, kritisches und selbstständiges Denken zu fördern. MINT-Themen eignen sich besonders gut dafür, weil sie sich wunderbar mit Fragen verknüpfen lassen, die Kinder sowieso stellen: Warum regnet es? Warum schwimmt ein Schiff? Wie funktioniert ein Roboter? Was passiert, wenn ich einen Schatten werfe?
Warum ist frühe MINT-Bildung wichtig?
MINT-Kompetenzen sind Schlüsselqualifikationen für die Zukunft. In einer Welt, die zunehmend von Technologie, Digitalisierung und Klimafragen geprägt ist, brauchen Kinder ein grundlegendes Verständnis dieser Zusammenhänge – unabhängig davon, welchen Beruf sie später einmal wählen. MINT-Bildung ist deshalb auch eine Frage der Teilhabe: Wer hier früh den Anschluss verpasst, hat es später schwerer. Deshalb setzt die Stiftung genau hier an – und versteht MINT-Bildung nicht isoliert, sondern als Teil einer umfassenden frühen Bildung, die Kinder stark macht für die Zukunft. Das Schöne an der MINT-Bildung: Sie ist mehr als die Summe ihrer Teile.
Ist das bei Mädchen und Jungen im gleichen Maße zu beobachten?
Studien zeigen, dass Mädchen und Jungen im frühen Kindesalter gleichermaßen Interesse an allen MINT-Themen zeigen. Deshalb können wir mit unseren MINT-Angeboten gleichzeitig auch bestehende Rollenbilder aufbrechen. Gerade Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien profitieren besonders von Bildungsangeboten, die ihre Neugier und Selbstwirksamkeit stärken. Deshalb ist es so wichtig, dass gute MINT-Bildung überall dort ankommt, wo Kinder sind. So schaffen wir Chancengleichheit und stärken das Selbstvertrauen im Umgang mit Technik und Wissenschaft.
Die IHKs wissen, welche Kompetenzen die Arbeitswelt von morgen braucht – die Stiftung sorgt dafür, dass Kinder sie früh entwickeln können.
Peggy Keßner, Referentin bei der Stiftung Kinder forschen
Was wollen die IHKs und die Stiftung Kinder forschen mit dem MINT-Projekt erreichen?
Unser Ziel ist klar definiert: gute frühe Bildung für nachhaltige Entwicklung für alle Kinder. Wenn Kinder früh gut starten, haben sie ein Leben lang etwas davon. Veränderung gelingt nur gemeinsam. Daher haben wir unterschiedliche Partner in den Regionen, die unsere Fortbildungen anbieten. Dazu zählen Science-Center, sie befinden sich in öffentlicher Hand oder sind Vertretungen für die IHKs selbst. Es ist bewundernswert, wie es gelingt, so viele Menschen aus so vielen Bereichen zusammenzubringen, um gemeinsam etwas in der frühen MINT-Bildung zu bewegen. Die Kammern sind sehr professionell und mit viel Engagement dabei – das ist ein wichtiger Beitrag für die Bildungslandschaft.
Was macht die Kooperation zwischen den IHKs und der Stiftung Kinder forschen besonders?
Hier kommen zwei starke Partner zusammen, die sich perfekt ergänzen: Die Stiftung Kinder forschen bringt die pädagogische Expertise, die Inhalte und die Qualität in der frühen MINT-Bildung ein. Die Industrie- und Handelskammern wiederum haben ein sehr gutes Netzwerk in den Regionen, die Verbindungen zu Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Gemeinsam schaffen wir es, gute frühe MINT-Bildung flächendeckend zu verankern – und zwar dort, wo Kinder sind, unabhängig von ihrer Herkunft oder den Ressourcen ihrer Einrichtung.
Wie nachhaltig ist das Projekt für die berufliche Entwicklung der Kinder?
Wir fördern nicht nur kindliche Entdeckerfreude, sondern legen auch einen wichtigen Grundstein für spätere Bildungs- und Berufswege. Die IHKs wissen, welche Kompetenzen die Arbeitswelt von morgen braucht – die Stiftung sorgt dafür, dass Kinder sie früh entwickeln können. So entsteht eine Brücke zwischen früher Bildung und späterer beruflicher Orientierung. Denn frühe MINT-Bildung ist nicht nur eine Frage von Wissen, sondern auch eine Frage der Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Durch die Zusammenarbeit mit den IHKs können wir noch mehr Fach- und Lehrkräfte erreichen, die wiederum als Multiplikatoren wirken – genau das ist entscheidend, wenn wir allen Kindern ermöglichen wollen, mit Freude und Neugier zu lernen.